Amazon startet Großangriff im Medikamentenhandel

Amazon Apotheke

Nachdem wir in diesem Artikel schon über die Sortimentserweiterung von Amazon im Lebensmittelssegment berichtet haben, streckt Amazon nun auch die Fühler hinsichtlich der Geschäfte von Versandapotheken aus.

Autor: Thomas W. Frick, 01.08.2018, Thema: Neue Geschäftsfelder durch das Internet

Kurznavigation in diesem Beitrag:
Seite 1 Beitrag/Diskussionsgrundlage
Seite 2 Am nächsten perönlichen Erfahrungsaustausch teilnehmen
Seite 3 Kostenloses PDF-Angebot zu diesem Artikel
Seite 4 Personalbedarf oder Jobsuche melden

Amazon startet Großangriff im Medikamentenhandel

Amazon startet Großangriff im MedikamentenhandelViele Apotheker sind derzeit geschockt. Der weltgrößte Online-Händler Amazon kaufte kürzlich die Versandapotheke PillPack und hat somit die nächste Branche im Visier. Der Konzern übernimmt die amerikanische Online-Apotheke und startet somit einen Großangriff in den Medikamentenhandel. Gerüchten zufolge stand PillPack bereits kurz vor der Übernahme durch Walmart, was aber nun Amazon verhindern konnte. Die Firma PillPack ist spezialisiert auf die Betreuung von chronisch kranken Patienten, die Arzneimittel auf Rezept bekommen. Es handelt sich dabei also um keine Online-Apotheke im allgemeinen Sinn. Der Service beinhaltet eine individuelle Zusammenstellung der Medikamente. Insbesondere für ältere Menschen ist dieser Service sehr praktisch. Die Patienten bekommen keine kompletten Medikamenten-Packungen, sondern eine genau vorsortierte Dosierung in einzeln abgepackten und beschrifteten Blister für den jeweiligen Bedarf. Dadurch können die Kunden auch bei mehreren Tabletten je Tageszeit einen besseren Überblick behalten. PillPack hat etwa 1000 Mitarbeiter und wurde 2012 von einem Apotheker-Sohn gegründet. Die Firma hat eine Apothekenzulassung in allen 50 US-Bundesstaaten. Außerdem bekommt PillPack von Amazon wichtige Lizenzen und Zugang zu Kundendaten. Das alles mussten sich andere Konzerne über Jahre hinweg erkämpfen.

Amazon im Medikamentengeschäft – Direkte Auswirkungen

Amazon ist bekannt dafür bereits in einigen Branchen traditionelle Geschäftsmodelle zerstört zu haben. Die Aktien der Konkurrenten von PillPack brachen nach der Verkündung der Übernahme spontan um mindestens 8 % ein, da die Anleger Respekt vor der Macht von Amazon haben. Bereits im Voraus wollte Walmart mit der Übernahme den Online-Riesen Paroli bieten, was jetzt aber zu spät kam. Amazon hat bereits Anfang 2018 bekannt gegeben, vermehrt in den Gesundheitsmarkt einzusteigen und hat gemeinsam mit JP Morgan und Berkshire Hathaway eine Krankenkasse für die eigenen Mitarbeiter gegründet. Als offizieller Grund wurden steigende Gesundheitskosten genannt. Finanziell gesehen ist die Übernahme von PillPack für Amazon kein großer Kraftakt gewesen. Der aktuelle Marktwert bringt es auf etwa 840 Milliarden US-Dollar, für die Übernahme von PillPack wurde gerade einmal eine Milliarde Dollar gezahlt.

 

Hinweis: Unsere BericPDF-Angebot Amazon Apotheke Medikamentengeschäfthte sind oft sehr ausführlich. Daher bieten wir an dieser Stelle eine Zusendung des Artikels im PDF-Format zur späteren Sichtung an. Nutzen Sie das Angebot um sich die Praxis-Impulse in Ruhe durchzulesen, Sie können hierfür auch einfach auf das PDF-Symbol klicken.

 

In Deutschland müssen sich Apotheker derzeit noch keine Gedanken machen. Hierzulande stehen die Apotheken unter politischem Schutz. Insbesondere die Online-Apotheke DocMorris hofft auf den deutschen Markt. Die aktuellen Koalitionsvereinbarungen sehen allerdings noch ein Verbot für Versandapotheken vor, um verschreibungspflichtige Medikamente zu verkaufen.

Amazon im Medikamentengeschäft – Was bedeutet das?

Amazon im Medikamentengeschäft – Was bedeutet das?Was bedeutet es für die Konkurrenz, dass Amazon im Medikamentengeschäft einsteigt? Was genau Amazon mit der Online-Apotheke vorhat wurde zunächst vom Konzern nicht im Detail veröffentlicht. Die Übernahme ist aber als der erster Schritt in eine neue Branche anzusehen. Fakt ist: Neben einem Milliarden-Geschäft mit Arzneimittel, kommt Amazon durch die Übernahme auch an Patientendaten und an wichtige Lizenzen. Trotzdem ist der Medikamentenhandel wesentlich komplexer als der Buchhandel bzw. Warenhandel. In den USA werden rund 400 Milliarden Dollar pro Jahr mit Medikamenten umgesetzt. Durch den Einstieg von Amazon könnten die Preise durchaus gedrückt werden. Amazons Geschichte hat gezeigt, dass es in verschiedenen Branchen nach dem Einstieg des Online-Riesen für die Konkurrenz meist sehr ungemütlich wurde. Einige mussten sogar Insolvenz anmelden. Die Gesundheitswirtschaft ist ein mittelfristiges Ziel von Amazon. Die Branche ist konservativ und arbeitet meist mit Verträgen welche langen Laufzeiten haben. Darüber hinaus ist der Markt durch Behörden streng reguliert. Es wird nicht leicht werden. Es wird eine Weile dauern bis Amazon sich auch in dieser Branche durchgesetzt hat – doch für den Online-Riesen Amazon scheint alles möglich zu sein.

Nichts ist steiger als der Wandel (alte Lebensweisheit vom griechischen Philosophen Herakli)… Durch die Digitalisierung und das Internet dreht sich das Rad immer schneller. Zitat Thomas W. Frick

Kommentar hinterlassen on "Amazon startet Großangriff im Medikamentenhandel"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*