Interview: Roboter im Lackierprozess

Interviewpartner:

Dürr Systems AG, Meinhard Lutsch
Product Manager Paint Robots

1. Frage: Auf der Roboterkonferenz werden Sie eine IIoT-Lösung vorstellen, was für uns von besonderem Interesse ist, da wir von Google diesbezüglich empfohlen werden und auf den ersten Plätzen der Suchmaschine sind. Was kann die Lösung?

Meinhard Lutsch: Die IIoT-Lösung dient zur Steigerung der Effizienz und Transparenz im gesamten Lackierprozess und unterstützt unsere Kunden bei der Prozessoptimierung, Fehlersuche und Wartung mittels modularem Softwarepaket. In der IIoT-Lösung werden permanent Prozess- und Bewegungsdaten in Echtzeit aufgezeichnet und sie ermöglicht detaillierte Auswertungen sowohl der historischen als auch der aktuellen Daten. Der Anwendungsbereich reicht von der grafischen Darstellung einfacher Signalabfolgen bis zur automatischen Erkennung von Anomalien im laufenden Lackierprozess. Die Prozesssignale können mit einer 3D-Ansicht auch mit den gefahrenen Bahnverläufen der Roboter und der exakten Position der Karosserie gemeinsam darstellen und abgleichen.

Veranstaltungshinweis: Hören Sie Meinhard Lutsch live oder sprechen Sie mit ihm persönlich im Rahmen dieser bevorstehenden Veranstaltung.

2. Frage: Wo sehen Sie die größte Herausforderung bei Robotern in der Automobilindustrie?

Meinhard Lutsch: Wir beobachten, dass Roboter in der Automobilindustrie für immer mehr Umfänge eingesetzt werden. Ermöglicht wird dies mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen (ML) und integrierter Sensorik. Zusätzlich bietet KI/ML die Basis für neue, effiziente Programmierkonzepte bei gleichzeitig reduziertem Aufwand für den Anlagenbetreiber. Außerdem sehen wir den erweiterten Einsatz von Mensch-Roboter-Kollaboration auch für den Schwerlastbereich. Als größte Herausforderung sehen wir die Implementierung dieser Veränderungen vor dem Hintergrund der erforderlichen Sicherheit, Stichwort „Safe Robotics“.

3. Frage: Wie entwickelt sich die Anforderungen hinsichtlich moderner Robotersysteme der Zukunft?

Meinhard Lutsch: Der Bedarf an hoch flexiblen Anlagen erfordert Robotersysteme, die sich an geänderte Prozessanforderungen automatisch anpassen. Ermöglicht wird dies zum Beispiel durch den Einsatz von autonomen und teilweise mobilen Robotern. Für den Anwender soll die Nutzung von Robotern so einfach werden, dass auch Nichtspezialisten damit zurechtkommen. Das kann bei der Programmierung beginnen und über die Prozessoptimierung bis zur geführten Instandhaltung gehen. Beispielsweise könnte die Programmierung der Roboter weitestgehend entfallen, wenn diese aus den gestellten Aufgaben automatisch generiert wird. Einen Weg, den wir sehen, um die beschriebenen Anforderungen umzusetzen, ist der verstärkte Einsatz von KI/ML.

Seit fünf Jahren sammeln wir Beispiele aus der Praxis und stehen stets vor der Herausforderung unserer Ausführlichkeit, die im Konflikt mit der Informationsflut und dem Arbeitsreichtum an Ihrem Arbeitsplatz steht. Viele unserer Forenmitglieder nutzen die Möglichkeit sich unserer Artikel im PDF-Format ins E-Mail-Postfach senden zu lassen. Ergänzend zu den bisherigen Leserservices bieten wir kompakte Experten-Interviews an, welche Insights, Meinungen und Wissen aus der Praxis in kürzerster Zeit vermitteln sollen.

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